sábado, 20 de octubre de 2007

Fiestas Patrias zwischen Sand und Salz


Das wichtigste Fest in Chile, noch vor Weihnachten, ist der 18. September, der Nationalfeiertag. Der 19. September ist auch Feiertag, der Tag der glorreichen Armee (oder so ähnlich) und dieses Jahr hat die Regierung das Meisterstück fertiggebracht, den 17. September immer dann zum Feiertag zu machen, wenn er auf einen Montag fällt, so dass man 5 Tage in Folge frei hat. Das ist in Chile wichtig, denn viele Familien wohnen hier weit verstreut und man hat nur Gelegenheit sich zu besuchen, wenn es ein langes Wochenende gibt.

Die Nationalfeiertage zeichnen sich dadurch aus, dass erstmal elles blau-weiss-rot geschmückt wird. Per Gesetz muss an jedem Haus eine chilenische Flagge hängen. Dann werden "Fondas" aufgebaut, das sind Hütten aus Zweigen, in denen dann die Cueca, der Nationaltanz, getanzt und gegrillt wird. Tanzen, singen, grillen, tanzen, singen, grillen... man ernährt sich fast nur von Fleisch in diesen Tagen.


Da wir noch keinen Urlaub kriegen und ich gerne mehr von Chile sehen wollte, habe ich Seba überzeugt, über die Feiertage in den Norden zu fahren, nach San Pedro de Atacama. Hier ein kleiner Reisebericht:

Tag 1) Wir stehen mitten in der Nacht auf, ich habe noch einen Kater von der "Vor-18.-Betriebsfeier", und fahren zum Flughafen. Gut eingepackt, denn in Santiago ist es noch frisch. Wir fliegen nach Calama, dem nächsten Flughafen an San Pedro, wo uns eine von Sebas ca.1000 Cousinen abholt. Den Tag verbringen wir bei der Familie in der angeblich hässlichsten stadt Chiles.
Hm... Ok, sie ist mitten in der Wüste, aber aufgeräumt und sauber. Nicht spektakulär, aber es gibt Schlimmeres. Das besondere an Calama ist, dass diese Stadt eigentlich nur existiert weil dort Chuquicamata liegt, die grösste Kupfermine der Welt. Praktisch alle die dort leben, arbeiten in der Mine und die wenigen anderen sind deren Bäcker, Frisöre, Ärzte usw. Die Angestellten der Mine verdienen sehr gut, und damit die Leute in die Wüste kommen, lässt sich die Firma nicht lumpen: Sie stampft ganze Stadtviertel hübscher gleicher Häusschen aus dem Boden und subventioniert sie, so dass die Angestellten für wenig Geld ein schönes Eigenheim bekommen. Dabei sind die Viertel nach Gehaltsklassen getrennt: Die LKW-Fahrer kriegen ein einfacheres Modell, die Mechaniker ein paar Quadratmeter mehr und die Ingenieure noch ein grösseres.
Nach einem Tag in Calama verlassen wir abends die wirklich supernette Familie von Sebas Cousine Miriam (die drei Mädels wollten uns gar nicht gehen lassen).
In San Pedro angekommen haben wir dann abends erstmal die dortigen Fondas erkundet und unsere ersten Fleischspiesschen verdrückt, immer umrundet von Hunden mit Hundeblick die auch gerne eins gehabt hätten. Die Fondas von San Pedro waren allerdings nicht der Renner, wegen Holzmangel waren sie eher aus Plastikplanen und viel getanzt wurde auch noch nicht. Dafür zogen Musikgruppen dirch die Strassen, so dass wir an einer staubigen Ecke doch noch eine schöne Cueca und dazu Wein gratis abbekommen haben.

Tag 2) Ausschlaaaaaaaafen!!! San Pedro erkunden, lecker essen und Ausflug machen, wie sich das im Urlaub gehört. San Pedro hat ca.1800 Einwohner und ist sehr überschaubar. Die Häuser sind aus Lehmziegeln und die Strassen haben keinen Asphalt (siehe FOTOS). Echt schnuckelig. Die Häuser von San Pedro dienen vier verschiedenen Zwecken: a) Hostal, b) Reiseagentur, die Touren in die Umgebung veranstaltet c) Restaurant/Bar und d) Souvenirgeschäft.
Wir haben uns dann nachmittags einer Tour zur Lagune "Cejar" angeschlossen. Die liegt ganz nah bei San Pedro und ich eigentlich ein Wasserloch mitten in einen Salzgebiet. Das Besondere daran ist, dass unterirdisch heisses Süsswasser zuströmt, während oben kaltes Salzwasser ist und das heisse Wasser nicht aufsteigen lässt. Wir waren drin schwimmen und haben oben vor Kälte gebibbert und uns unten die Füsse fast verbrannt. SELTSAM!!!
Dazu ist der Salzgehalt so hoch, dass man auf dem Wasser treibt wie im Toten Meer. Leider habe ich es wegen der Kälte oben nur 10 min ausgehalten und konnte das nicht richtig geniessen.

Tag 3) Ausflug zu den Lagunas Altiplanicas: Um 6 Uhr morgens ab in den Touri-Bus zum Flamingos anschauen und Hochlandlagunen besichtigen...schaut euch besser die FOTOS an statt viel zu lesen.

Tag 4) Wieder ausschlaaaaaaaafen. Abgesehen davon mussten wir noch "nebenbei" die Bewerbung für Sebas Doktorprojekt weitermachen, das bis zum 28.09.fertig sein musste. Nachmittags haben wir dann ein Fahrrad ausgeliehen und sind damit ins berühmte "Valle de la Luna" gafahren, um den Sonnenuntergang anzusehen, der da besonders schön ist, weil die ganze Gegend die Farben wechselt, wenn die Sonne weg ist.
Abends bin ich dann noch krank geworden, weil wir den "Fehler" gemacht hatten, anstatt Fleisch zu Abwechslung mal Salat zu essen, der aber mit Leitungswasser gewaschen war, was im Norden von eher zweifelhafter Qualität ist.
Der Rückflug am nächsten Tag war dementsprechen fürchterlich und als Ergebnis des Ganzen war ich drei Tage krank und habe meinen Geburtstag beim Arzt verbracht.
Aber ansonsten: Der Norden ist echt eine Reise wert, wir werden wiederkommen müssen, weil wir längst nicht alles gesehen haben.

1 comentario:

Unknown dijo...

Auch wenn ich das schon von dir am Telefon gehoert hab...in Bildern wirkt es noch beeindruckender...geniale Landschaften - und ihr zwei gebt ein mindestens genauso schoendes Bild ab ;).
Apropos Klettern...seit ca 2 Monaten bin ich dabei und mein Status ist gute 6- in der Routenwertung am Tivoli *stolzbin*g

GLG an euch beide,
die dipl.arbeitgestresste
Anika.