martes, 11 de septiembre de 2007

9/11 mal anders

Der elfte September ist in Chile ein besonderer Tag, aber die wenigsten denken dabei an den Ground Zero. Am 11. September 1973 fand nämlich hier der Militärputsch von Pinochet gegen den Präsidenten Salvador Allende statt.
An diesem Tag (bzw. am nächstgelegenen Wochenende) erinnern die Hinterbliebenen Pinochet-Opfer traditionell daran, dass noch immer niemand für die Verbrechen dieser Zeit bestraft wurde. Sie (zusammen mit Sozialisten, Kommunisten, Gewerkschaften etc.) organisieren dann Erinnerungsmärsche und fragen immer wieder, wo ihre Leute geblieben sind, denn viele sind bis heute nicht offiziell tot, sondern nur "verschwunden". Da wir die Strasse zum Hauptfriedhof, wo Salvador Allende begraben ist und es ein riesiges Denkmal für alle Verschwundenen gibt, von unserem Balkon aus sehen können, haben wir am Sonntag schon einiges mitbekommen. Leider waren (wie immer) einige Idioten und Krawallschläger im Zug, so dass es am Sonntag auf dem Friedhof ein ziemliches Chaos gab.
Für heute hatte Seba mir geraten, lieber nicht mit dem Rad zu fahren, für den Fall dass es Krawalle gibt, also bin ich brav mit der U-bahn zur Arbeit und wir haben auch alles verrammelt, wegen möglichem Tränengas.

Auf der Arbeit habe ich dann von nichts was mitbekommen und alles sah auch aus wie immer. Heute abend in den Nachrichten haben sie dann gesagt, dass dies der ruhigste 11. September seit dem Putsch war. Es gab Demonstrationen vor dem Regierungspalast, denn dort steht das Allende-Denkmal (Seba arbeitet direkt davor und konnte alles mitbekommen). Die Gegend war absolut abgeriegelt und die Polizei hat immer nur jede Demonstrationsgruppe für eine begrenzte Zeit an das Denkmal gelassen und dann die nächste. Einige Ausschreitungen gab es dann doch, in den Wohngegenden ausserhalb des Zentrums und auf einer wichtigen Strasse, aber laut der Leute hier war im Vergleich zu sonst alles sehr ruhig.

Das wirklich seltsame an der ganzen Sache war für mich die Berichterstattung und wie geteilt die Gesellschaft immernoch ist (zumindest kommt es so herüber). Im Fernsehen nimmt niemand das Wort Diktator in den Mund, wenn er von Pinochet spricht (die Fernsehsender sind bis auf einen alle leicht rechts angehaucht, ebenso die grossen Zeitungen (Berlusconi lässt grüssen). Es wurden heute auch zwei Messen gefeiert: Eine für Allende und die Pinochet-Opfer, unter Teilnahme der Präsidentin Bachelet und vieler Politiker. Die andere im High-End Santiagos in Erinnerung an den "grossen General Pinochet", den viele noch verehren, weil er das Land angeblich vor den Kommunismus und dem Zerfall gerettet hat.
Patrioten sind sie hier alle, nur versteht das jede Gruppe anders und es geht immernoch ein tiefer Riss durch die Gesellschaft, im normalen Leben gut zugeklebt und abgedeckt. Das ist eine Frage von Macht, Geld und Weltbildern und wird sich auch so schnell wohl nicht ändern.

2 comentarios:

effello42 dijo...

Hmm, stecken vielleicht chilenische Kommunisten hinter den Anschlägen von 2001...? Auf den Tag 28 Jahre nach dem Putsch, das ist genau so lange, wie Ulbrichts Mauer stand. 28 Jahre vor dem Putsch ging der Zweite Weltkrieg zuende. Die 28 ist eine "perfekte Zahl", d.h. sie ist die Summer ihrer Teiler: 28=14+7+4+2+1. Oder ganz eindeutig: Man nehme das Geburtsdatum Allendes: 26+07+08=41. 41 ist die 13. Primzahl, und 41-13=28! Geschickt codiert, da muß man erstmal drauf kommen!
Ein Gespenst geht um in Chile...

Die Deregulierung der Wirtschaft Mitte der 70er ist wohl das Einzige, was man Pinochet zugute halten kann. Wie einseitig der Blick in die Vergangenheit sein kann, wenn man es darauf anlegt, kann man ja in Deutschland auch sehen. Das einzige Gesprächsthema sind dann die bösen Wessis, die alles für ein Butterbrot aufkauften, die Rosinen zu Geld machten und sich absetzten. Oder die verbuddelten Soli-Milliarden. Oder die Legende vom größten Autobahnbauer aller Zeiten.
Gerichtlich wird sich da auch nichts ergeben. Ab einem gewissen Alter kann man sich jedes Gebrechen attestieren lassen und prozeßunfähig werden.
Wieviele Leute gibt es eigentlich inzwischen, die ihr Vermögen erst in den letzten 15 Jahren gemacht haben? Man sollte meinen, daß die Ewiggestrigen und ihr Einfluß mit der Zeit immer weniger werden. So ähnlich wie die, die ihre schlesischen Besitztümer nach über sechzig Jahren zurückwollen, sich nur noch lächerlich machen.
Sowas braucht halt ein, zwei Generationen, um auszuheilen.
Florian

Jana dijo...

Hey Schnecke,

ich weiss grad nicht wie ich Dich anders erreichen kann, aber ich wünsche Dir alles alles Liebe und alles Gute zu deinem Geburtstag!
Espero que estés celebrando con todos tus amigos y tengas un día excelente. =)

Un beso y gran abrazo, a Seba también! (y también de Vincente...)

Janacita :)