miércoles, 21 de febrero de 2007

Temperatursturz

Letzten Freitag ging es mir richtig gut. Ich habe ich mich hier richtig wie zu Hause gefühlt, oder auch wie in Aachen: Es war je nach Tageszeit zwischen acht und zwölf Grad kalt und hat den ganzen Tag ununterbrochen geregnet. Freundlicherweise hat es genau zu Dienstschluss damit aufgehört. ;-) Das war super, bekanntes Klima, die Luft war frisch und klar und sauber und vor allem: Es gab so gut wie KEINE FUSSGÄNGER die mich beim Radfahren stören!!! Nunja, die wenigen, die es dann doch gab, haben eher eine komische Figur gemacht: Der gemeine Bewohner Santiagos scheint nämlich nicht auf Regen ausgelegt zu sein und so kommt es, dass sie mit einem Regenschirm etwa so geschickt umgehen, wie ein Europäer mit Essstäbchen. An den Strassenrändern sammelt sich das Wasser und wenn jemand eine Ampel überqueren möchte, tippt er erst mit dem Fuss in die Pfütze, stellt fest, dass sie zu tief ist, bleibt unschlüssig stehen und rafft dann die Hosenbeine hoch, um an einer weniger tiefen Stelle das Abenteuer Pfütze zu wagen oder dieses unbekannte Wesen weiträumig zu umrunden. Allergings sind vor allem die Frauenschuhe (Pfennigabsätze, offen) da ganz und gar nicht für geeignet, hihi. Auf dem Rückweg von der Arbeit wollte ich mich in einem Sportcenter anmelden. Das hatte schon zu, Murphies Gesetz, aber dafür musste ich einen anderen Weg nehmen und habe eine schöne Überraschung erlebt: Da es in Santiago den ganzen Tag geregnet hat, hat es in den höheren Höhen geschneit. Normalerweise habe ich auf der Heimfahrt die Anden im Rücken und fahre auch nirgendwo lang, wo man sie sehen kann, habe also gar nicht an sowas gedacht. Gucke unvermittelt in eine Strasse Richtung Osten und, tadaaaaaa, wie aus dem Boden gewachsen stehen da die Anden hinter den Häusern, ganz nah und voller Schnee. Wahnsinn.

Abends bin ich dann erstmal mit Seba auf das Dach gestiegen, um einen guten Blick zu haben und ich muss sagen, das hat sich wirklich gelohnt:


Blick nach NORDEN: Die Wolken hängen noch unter den kleineren Gipfeln. Rechts im Bild der Cerro San Cristobal.


Blick nach OSTEN: Die Anden sind voller Schnee und die Wolken liegen auf den höheren Stadtvierteln.


Blick nach SÜDEN: Man sieht noch ein bisschen Sonne.


Blick nach WESTEN: Sonnenuntergang der Luxusklasse...

Der Sonnenuntergang taucht den OSTEN in ein wunderschönes Licht, Santiago beginnt zu glänzen...


... während die Sonne verschwindet...

...kommt das wahre Gesicht von Santiago wieder zum Vorschein, aber die Anden leuchten noch rosa.

martes, 20 de febrero de 2007

Oder doch nicht raus hier?

Man kann ja nicht jedes Wochenende in den Anden rumturnen oder an die Küste fahren (man fährt ja auch nicht für einen Tag von Köln an die Nordsee, zumindest nicht jede Woche). Also haben wir uns mal in Santiago näher umgeschaut und man muss echt sagen, das Zentrum hat so seine Vorzüge. Man ist nämlich nah am Cerro San Cristobal, dem Stadtberg und auf dem kann man sich fühlen, als hätte man Garten oder einen Wald vor der Tür.


Wir haben also an einem Sonntag kurzerhand ein bisschen Gemüse und ein paar Steaks eingepackt, sind mit dem Rad auf den Berg und haben uns da einen Storch gebraten anstatt in der kleinen Bude zu hocken. Es gibt nämlich da extra Picknick-Zonen mit Grill und allem drum und dran, siehe Fotos. Komischerweise war das gar nicht überfüllt, obwohl Sonntag war und Ferien sind. Mittagessen mal anders und danach wieder schön fleissig gewesen (Seba: Diplomarbeit und ich: Bude aufräumen).

Raus hier!!!

Das sagt man sich so alle paar Wochen mal, denn Santiago ist ja nunmal nicht das schönste Fleckchen Erde, aber drumherum gibt es eine ganze Menge wunderschöner Orte. Also sind wir eines schönen Samstag morgens los, um in Ermangelung eines Autos mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Anden zu stürmen...
Das Ergebnis davon war unter anderem, dass wir jetzt die Aussenbezirke von Santiago ziemlich gut kennen, denn der Busfahrer war so nett und hat uns eine einstündige Tour dich die südlichen Ausläufer spendiert und dabei an jeder Strassenecke angehalten. Allerdings nicht, weil es da so interessant war, sondern um Horden von Leuten mit Sack und Pack aufzunehmen. Wenigstens hat das Ganze dazu geführt, dass wir jetzt ein bisschen lieber im Zentrum wohnen, das ist allemal besser als am AdW in Südsantiago.

Nach dieser Tour ging es dann endlich los ins so genannte Cajón del Maipo, ein Andental, das an Santiago anschliesst und eigentlich in seinem Verlauf nicht sooo spektakulär ist, aber ganz nett. Und es sind da keine Menschenmassen und nachts ist der Sternenhimmel einfach unglaublich schön. Am Ende des Tals erreicht man den Nationalpark Cerro Morado und die zusätzlichen zwei Stunden Schaukelei über Serpentinen ohne Federung und nachher auch ohne Asphalt in Tempo 100 sind vergessen:


Am Fuss des Berges, der über 500m hoch ist, versteckt sich ein Gletscher unter ganz viel Moränenschutt, so dass man ihn erst sieht, wenn man davorsteht. Wir waren erst ziemlich enttäuscht weil wir den Gletscher nicht gefunden/erkann haben (man stellt sich sowas ja weiss vor und nicht schwarz und voller Steine) und nach der Entdeckung um so glücklicher. Alle Fotos vom Cerro Morado findet ihr hier.
Ach ja, ich sollte wohl noch dazu sagen, dass euch viele Fotos nicht so spektakulär und fotowürdig vorkommen werden. Die habe ich für mein Bruderherz geschossen, der Geographie studiert und die bestimmt super findet ;-) (und wehe wenn nicht).

Für die Mädels...

...und Bastian ;-) : Ich habe eine absolut wirkungsvolle Gesichtsmaske entdeckt. Nivea, Balea und was es sonst noch gibt können einpacken, die hier sieht zwar wiederlich aus, ist aber dafür kostengünstig und macht Haut wie ein Babypopo ;-) Also, ab zum Gemüsehändler, das Rezept ist wie folgt:

  • eine halbe Avocado (sehr reif: aussen schwaz, innen weich)
  • 1 EL Honig
  • 2 EL Zitronensaft
  • Die halbe Avocado mit einer Gabel zermatschen und mit Honig und Zitronensaft mischen. Ins Gesicht schmieren, 10 -15 Minuten einwirken lassen und dann mit warmem Wasser abwaschen.

Ein Rezept reicht für ca. vier Anwendungen und danach fühlt man sich wie ein neuer Mensch!!! Die restliche Masse im Kühlschrank aufbewahren. Wenn sie nach ein paar Tagen dunkel und hart wird, einfach vor der nächsten Anwendung mit warmem Wasser vermischen.

Viel Spass!!!