Letzten Freitag ging es mir richtig gut. Ich habe ich mich hier richtig wie zu Hause gefühlt, oder auch wie in Aachen: Es war je nach Tageszeit zwischen acht und zwölf Grad kalt und hat den ganzen Tag ununterbrochen geregnet. Freundlicherweise hat es genau zu Dienstschluss damit aufgehört. ;-) Das war super, bekanntes Klima, die Luft war frisch und klar und sauber und vor allem: Es gab so gut wie KEINE FUSSGÄNGER die mich beim Radfahren stören!!! Nunja, die wenigen, die es dann doch gab, haben eher eine komische Figur gemacht: Der gemeine Bewohner Santiagos scheint nämlich nicht auf Regen ausgelegt zu sein und so kommt es, dass sie mit einem Regenschirm etwa so geschickt umgehen, wie ein Europäer mit Essstäbchen. An den Strassenrändern sammelt sich das Wasser und wenn jemand eine Ampel überqueren möchte, tippt er erst mit dem Fuss in die Pfütze, stellt fest, dass sie zu tief ist, bleibt unschlüssig stehen und rafft dann die Hosenbeine hoch, um an einer weniger tiefen Stelle das Abenteuer Pfütze zu wagen oder dieses unbekannte Wesen weiträumig zu umrunden. Allergings sind vor allem die Frauenschuhe (Pfennigabsätze, offen) da ganz und gar nicht für geeignet, hihi. Auf dem Rückweg von der Arbeit wollte ich mich in einem Sportcenter anmelden. Das hatte schon zu, Murphies Gesetz, aber dafür musste ich einen anderen Weg nehmen und habe eine schöne Überraschung erlebt: Da es in Santiago den ganzen Tag geregnet hat, hat es in den höheren Höhen geschneit. Normalerweise habe ich auf der Heimfahrt die Anden im Rücken und fahre auch nirgendwo lang, wo man sie sehen kann, habe also gar nicht an sowas gedacht. Gucke unvermittelt in eine Strasse Richtung Osten und, tadaaaaaa, wie aus dem Boden gewachsen stehen da die Anden hinter den Häusern, ganz nah und voller Schnee. Wahnsinn.Abends bin ich dann erstmal mit Seba auf das Dach gestiegen, um einen guten Blick zu haben und ich muss sagen, das hat sich wirklich gelohnt:
Blick nach NORDEN: Die Wolken hängen noch unter den kleineren Gipfeln. Rechts im Bild der Cerro San Cristobal.
Blick nach OSTEN: Die Anden sind voller Schnee und die Wolken liegen auf den höheren Stadtvierteln.
Blick nach SÜDEN: Man sieht noch ein bisschen Sonne.
Blick nach WESTEN: Sonnenuntergang der Luxusklasse...

Der Sonnenuntergang taucht den OSTEN in ein wunderschönes Licht, Santiago beginnt zu glänzen...
... während die Sonne verschwindet...

...kommt das wahre Gesicht von Santiago wieder zum Vorschein, aber die Anden leuchten noch rosa.