miércoles, 13 de diciembre de 2006

Valparaiso und Küste


Am Wochenende fahren wir oft nach Quilpue, wo die Familie von Sebastián wohnt (Eltern, Schwester, zwei Nichten und meist noch irgendwelcher Besuch aus dem Süden oder eben wir... Da muss man sich schonmal quetschen in den kleinen Haus). Leider habe ich keine gute Karte gefunden, so dass ihr den Atlas bemühen müsst, wenn ihr genau wissen wollt, wo das ist. Man fährt von Santiago aus ca.1,5 Stunden nach Osten, dann kommt man an die Küste nach Viña del Mar. Viña ist mit Valparaiso zusammengewachsen, was südlich davon liegt. Quilpue ist direkt nicht an der Küste, sondern eine knappe halbe Busstunde im Landesinneren gelegen.
Valparaiso ist der wichtigste Hafen von Chile und Weltkultrurerbestadt...allerdings glaube ich nicht, weil es so schön ist, sondern weil es so interessant ist. Die Stadt wurde auf 27 (?) Hügeln gebaut und die Häuser sind ganz bunt. Um nicht alle Hügel per Treppe besteigen zu müssen, gibt es ca. 100 Jahre alte Aufzüge, die die Leute die Hügel hochtransportieren.

Oben in den Hügeln kann man ewig herumlaufen und die kuriosen Konstruktionen der Häuser an den Hängen anschauen. Valparaiso ist ein bisschen wie der Scheinriese aus der Augsburger Puppenkiste. Von Weitem ist es wunderschön und bunt und je näher man rankommt, desto mehr blättert die Farbe ab und desto mehr sieht man, dass oben auf den Hügeln viele Leute echt arm sind. Wohnen möchte ich da nicht, wie der Niederrheiner sagt.
In Valparaiso wohnen auf einigen Hügeln viele Schräge Vögel, Künstler und Lebenskünstler, Pablo Neruda hat auch da gewohnt. Wir sind letzte Woche mal da herumgestreift und Seba hat mit eine Bar gezeigt, das Color Café. Der Wirt hatte eine Augenklappe und sah auch sonst aus wie ein Pirat und alles war sehr zusammengewürfelt und klapprig, aber urig. Da gab es tatsächlich Glühwein!!!

In Viña del Mar wohnen viele Freunde von Seba, kurioserweise per Zufall alle im gleichen Haus, in verschiedenen Wohnungen. Da könnte man dann abends ausgehen oder in eine gute Disco (Huevo) nach Valparaiso fahren, aber das haben wir noch gar nicht geschafft, weil Seba immer brav Diplomarbeit macht. Viña del Mar ist etwas moderner als Valparaiso und da kann man schon eher wohnen. Und es gibt Strand und eine Strandpromenade, die jedoch am Wochenende beide hoffnungslos überfüllt sind. Der Strand von Badegästen und die Promenade von Clowns, Kaspertheatern, Verkäufern und so weiter.

Wir waren bisher einmal am Strand, weiter im Norden, wo es nicht so voll ist. Leider war genau an dem Tag das Wetter nicht so doll, so dass wir und den Hintern abgefroren haben. Vom Wasser ganz zu schweigen, das kommt direkt aus der Antarktis...die Nordsee ist dagegen eine Badewanne. Die Küste hier ist teilweise zugebaut, da wohnen dann den Sommer über die Reichen und Schönen mit allem Schnick und Schnack.
An anderen Stellen die weniger Top sind, ist auch weniger los, was ich allerdings schöner finde. An einigen Stellen gibt es hier an der Küste riesige Dünen, ein ganz toller Spielplatz.
Denkt aber bloss nicht, wir würden hier nur am Strand rumlümmeln!!!
Wie gesagt: Einmal bisher und das haben wir nach einer Stunde aufgegeben. Meistens sind wir brav in Quilpue, wo Seba dann seine DA macht und ich höchstens mal das Planschbecken frequentiere, aber auch eher selten. Einmal waren wir in Con-Con (auch an der Küste) bei einem Freund von Seba zum Grillen eingeladen. Das Condominio (zusammengehörende Häuser), wo er mit seiner Familie wohnt, hat ein Schwimmbecken, aber da die Chilenen immer etwas länger brauchen war die Sonne schon weg, als wir dann doch noch für ne halbe Stunde da reingehüpft sind. Die meiste Zeit sind wir aber in Santiago: Seba fleissig am arbeiten und ich mache noch bis Januar einen auf Hausfrau, bevor mein Job bei der GTZ anfängt...doch dazu später. Wenn wir aus Santiago weg wollen heisst das dann auch immer zwei Stunden Bus und Mikrobus (kleine Linienbusse) fahren.

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