martes, 12 de diciembre de 2006

Santiago de Chile


Santiago de Chile ist zuerstmal riesig. Es hat ca. 6,5 Mio Einwohner und eine Ost-West-Ausdehnung von 40 km, von Norden nach Sueden ist es nicht viel weniger. Gut dass die Metro sich auskennt :-) Eigentlich sollte man sagen, man kann sich in Santiago nicht verlaufen, da alle Strassen im Schachbrettmuster verlaufen und man Entfernungen nach Bloecken misst. Zumindest im Zentrum kann man sich aber prima verlaufen, da man sich an nichts orientieren kann. Es gibt in jeder Strasse mehrere (bis zu 5!!!) Laeden der gleichen Kette, so dass man die Laeden als Orientierungspunkte ausschliessen kann. Noch dazu verlaufen zwischen den Bloecken so genannte Galerien, die ueberdacht sind und wenn man in eine reingeht muss man hoellisch aufpassen, wo man wieder herauskommt. Ausserdem sind die Strassen so unendlich lang (4-stellige Hausnummern), dass man jede mehrmals kreuzen kann ohne es zu merken. Wenn man sich einmal verfranzt hat und den gleichen Strassennamen sieht denkt man, man sei in der Naehe wie beim ersten Kreuzen, dabei kann man kilometerweit entfernt sein. Auf diese Art bin ich in der ersten Woche zwei Stunden durch die Stadt geirrt, obwohl der Weg nur 20 Min. gedauert haette. Passiert mir nicht nochmal. Schoen ist Santiago nicht. Laut, bunt, versmogt und verbaut. Wenn man was Schoenes sehen will, muss man an den Rand oder raus fahren oder ganz spezielle Orte finden, z.B. ein Viertel im alten Stil oder sowas. Meine Messlatte, was schoen ist, ist in den letzten Wochen arg nach unten gerutscht. Obwohl es relativ viele Baueme gibt, macht die Stadt auch keinen gruenen Eindruck und die Anden sieht man laengst nicht so gut wie auf dem Foto. Einige Parks retten da nicht sehr viel. Ein Lichtblick ist der Cerro Santa Lucia im Zentrum der Stadt. Das ist ein kleiner Huegel aus Vulkangestein der ganz gruen ist, mit Wiesen und Parkanlagen und vielen Baeumen und einer Art Burg drauf: Von ganz oben hat man einen guten Blick ueber das Stadtzentrum, man kann sogar sehen, wo wir wohnen, naemlich die beiden gleichen Tuerme in der Bildmitte! Wirklich wie ganz woanders fuehlt man sich auf dem Cerro San Cristobal, das ist so eine Art Stadtberg. Ein ganz kleiner Vertreter der Anden (869m), der gleichzeitig der groesste Park der Stadt ist. Das Gute ist dass man da den Stadtlaerm ueberhaupt nicht hoert. Da gibt es Spielplaetze, Picknickzonen, Schwimmbaeder, einen Zoo und so weiter und das Beste ist: Den ca. 10 km langen Aufstieg per Mountainbike zu schaffen. Einmal waren wir schon mit dem Fahrrad oben, es sollte idealerweise einmal pro Woche werden. Oben auf dem Cerro steht eine Marienfigur, die ueber die Stadt schaut, fast wie der Jesus in Rio und von oben hat man so einen aehnlichen Blick wie auf dem obersten Foto.Das Interessante an so einer grossen Stadt ist, dass sie an jeder Ecke anders aussieht: Das Zentrum ist absolut zugebaut und es wuselt immer vor Leuten. Eine Ampel ueberqueren ist wie ein Rugby-Spiel starten oder wie eine Schlacht bei Braveheart: Solbald es gruen wird, rennen auf jeder Seite ein paar hundert Leute los und treffen in der Mitte aufeinander.Balue Flecken sind da vorprogrammiert. Trotzdem gibt es sogar im Zentrum ruhigere Ecken mit alten Haeusern und kleineren Strassen, aber man muss sie finden. Ein paar Strassen weiter kann die Welt ganz anders aussehen, z.B. mit kleinen bunten Haeuschen, grossen Prachtbauten im Kolonialstil, Reihenhauesern mit Garten oder spiegelnden Wolkenkratzern, je nach Stadtviertel oder sogar Strasse. Mitten durch die Stadt fliesst der Rio Mapocho, ein ca. 20m breites und sehr flaches reissendes Schlammwasser in einem Betonflussbett, die ihm noch mehr Geschwindikeit gibt...romantisch ist anders. Noch eine Besonderheit in Santiago ist, dass sich anscheinend die Geschaeftszweige auf bestimmte Strassen konzentrieren. Es gibt eine Galerie mit ca. 150 Frisoeren, eine nur mit Spielzeug, eine Strasse, wo alle Optiker sind, eine mit Wechselstuben und eine mit Schuhgeschaeften und so weiter. Findet man ein Geschaeft einer bestimmten Art, sind garantiert noch 5-100 aehnliche in der Naehe. Findet man die richtige Strasse nicht, hat man allerdings ein Problem.
Im Moment ist hier gerade so etwas aehnliuches wie Vorweihnachtsstimmung ausgebrochen. D.h. es gibt ueberall Rabatte und Schnaeppchen. Alles ist rot oder golden geschmueckt, es stehen kuenstliche Tannen herum und ein armer Weihnachtsmann-Darsteller muss sich bei der Hitze im Pelzmantel mit den Kindern fotografieren lassen. Natuerlich im Rentierschlitten. Ach ja und aus allen Lautsprechern tuedelt White Christmas oder aehnliches Unpassendes und damit auch der Letzte schnallt, dass es Weihnachten wird, haben sie einen ueberdimensionalen Weihnachtsbaum auf der Plaza de Armas aufgebaut - gesponsort von Coca Cola.
Rechts sieht man noch ein Stuck der Kathedrale und hinter dem Weihnachtsbaum, das "kleine" weisse Gebaeude ist die Hauptpost.

1 comentario:

Unknown dijo...

Hallo Hasy Mausy...*g*,

eine schöne Seite hast du da geschrieben - damit ich jetzt auch wöchentlich daran erinnert werde, wie sehr du GJ und mir hier fehlst, habe ich mir sofort ein Lesezeichen gesetzt und werde regelmässig Sebas und deine Abenteuer verfolgen! So, wir hören und schreiben uns...btw: Hier liegt auch kein Schnee :(.

Alles Liebe,
Anika.