Bei mir ging 2008 erstmal damit los, dass ich mir einen neuen Job suchen musste, da meine Stelle (last hired, first fired) aus (meiner Ansicht nach total unvernünftigen) strategischen Gründen weggekürzt wurde. Schön, ich wollte eigentlich schon lange gekündigt haben, schliesslich hat es mir da nie sonderlich gefallen. Aber man ist ja so bequem, wenn man nicht muss... Morgen fange ich im Aussenhandelsbüro der Österreichischen Botschaft an, in einem schöneren Büro, mit schöneren Arbeitszeiten und einem schöneren Gehalt.
In der Zwischenzeit ergab sich aber wegen des nicht mehr vorhandenen Jobs das Problem, das damit auch das Visum innerhalb von 30 Tagen verfiel. Inzwischen hatte ich entdeckt, dass man als Hochschulabsolvent mit einem Jobangebot auch ohne Vertrag ein Visum bekommt, wenn man seinen Abschluss erst von der Deutschen Botschaft und dann vom chilenischen Aussenministerium legalisieren und übersetzen lässt. Wieso bin ich da nicht schon früher drauf gekommen? Die Rennerei von der Botschaft zum Ministerium und zurück und hin und zurück... inklusive Echtheitsbestätigung meines Magisterzeugnisses seitens meines Profs aus Aachen erspare ich euch jetzt mal, es war auf jeden Fall nicht in 30 Tagen zu machen und da man ein neues Visum nur beantragen kann, solange man legal im Land ist, mussten wir dann jetzt doch die Mendoza-Methode anwenden.
Die funktioniert so: Man kauft sich ein Busticket nach Argentinien, schaukelt mit dem Bus über die Anden, kommt nach zwei Tagen zurück und bekommt für 90 Tage ein Touristenvisum. Damit hat man dann alle Zeit der Welt, den nötigen Papierkram für ein neues Visum samt Arbeitserlaubnis zu sammeln. Buaaaah, mir wird doch schon bei den Serpentinen in der Eifel schlecht!!! Aber wat mott, dat mott.
Seba hat sich netterweise einnen Tag freigenommen, so dass wir die Tour zusammen machen konnten, Samstag bis Montag. Wir hatten viel von Mendoza gehört und tatsächlich ist es eine ziemlich nette Stadt, jedenfalls nach hiesigen Verhältnissen. Nach deutschen Massstäben ist das Zentrum von Mendoza so wie das einer stinknormalen mittelgrossen Einkaufsstadt ohne historischen Kern. Das Gute ist, dass im Vergleich zu Chile alles sehr günstig ist und dass die Argentinier unglaublich gute Schokolade machen. Wir haben uns Fahrräder ausgeliehen um die Stadt zu erkunden. Das Schlechte ist, das die meisten Autos in Mendoza lange vor mir und der Existenz irgendwelcher Umweltnormen das Licht der Welt erblickt haben und dementsprechend fiese bläuliche Abgase ausstossen, die die ganze Stadt einhüllen. Dagegen ist die Luft in Santiago echt klasse, ich stelle mir Santiago lieber nicht mit argentinischen Autos vor...
Montag morgen ging es wieder zurück und auf der Fahrt konnten wir dank guten Wetters den mit nicht ganz 7000m höchsten Berg Südamerikas, den Aconcagua, bestaunen. Diesmal wurde es an der Grenze aber ganz schön lang, denn Chile ist seit Jahren Fruchtfliegen-frei und soll es wegen der Exportwirtschaft auch bleiben. Das heisst, man darf absolut kein Obst, Tiere, Tierprodukte und dergleichen einführen und das wird streng kontrolliert und hart bestraft. Wir mussten also unsere Schinkenbrötchen schnell vor der Grenze aufessen. Dort angekommen: Alle raus aus dem Bus, in die Schlange, für den argentinischen Ausreisestempel. Danach: In die Schlange für den chilenischen Einreisestempel, dann alle wieder rein in den Bus. Währenddessen werden alle Koffer aus dem Bus ausgeladen und auf Obst, Frischware und Drogen kontrolliert. Nach ca. 3,5 Stunden mussten dann alle wieder aussteigen und sich samt Handgepäck vor niedrigen Metallbänken aufstellen. Über die wurde dann ein Drogen- oder Obsthund geschickt, der alle Passagiere und Taschen abschnüffelte. Nach 4 Stunden darf man endlich weiter die Serpentinen bergab, wenn der Hund nicht gebellt hat. Hat er zum Glück nicht.
Jetzt kenne wir die Anden auch von der anderen Seite, mir ist überraschenderweise nicht schlecht geworden und ich habe alle nötigen Stempel im Pass. Waren aber recht teuer, die Stempel. Danach waren wir erstmal urlaubsreif.
2 comentarios:
será verdad q aún no hablas español!!!!???? escribe algo en español!!! o hay una versión del blog para hispano-latinos?
Yapo, obvio que sé español! Este blog es para mis amigos y familia en Alemania, para que sepan que onda aqui! Lamentablemente ellos no saben español ;-)
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